Hitzewelle und Arbeit

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Hitzewelle und Arbeit
Tipps für Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer

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Tipps für Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer

Premiers secours

Empfehlungen für den Arbeitgeber

Der Hitzschlag

Empfehlungen für die Arbeitnehmer

Wie kann man die körperliche Belastung beurteilen?

Wie kann man die Häufigkeit der Pausen kalkulieren?

Welche Gesundheitsauswirkungen kann eine Hitzeexposition für die Arbeitnehmer mit sich bringen?

Besonders gefährdete Arbeitnehmer bedürfen besonderer Aufmerksamkeit

Die Arbeitnehmer sind saisonbedingt, während einer Hitzewelle, sehr hohen Temperaturen ausgesetzt.

Es muss ein Unterschied gemacht werden zwischen hitzebedingtem Unwohlsein und einer thermischen Belastung, welche eine Gefahr für die Gesundheit darstellt.

Man kann davon ausgehen, dass eine Hitzeexposition für körperliche Arbeit besteht, wenn die Temperatur 28°C überschreitet (im Schatten gemessen). Je nach Beschwerlichkeit dieser Arbeit, ist es notwendig, die ununterbrochene Arbeitsdauer zu begrenzen und regelmäßige Pausen einzuführen.

Empfehlungen für den Arbeitgeber

  • Berücksichtigung der Alternanz zwischen Arbeit und Pausen entsprechend der Temperatur und der körperlichen Belastung (siehe unten “Wie kann man die Häufigkeit der Pausen berechnen”).
  • Kostenloses Anbieten temperierter Getränke, vorzugsweise Wasser oder Wasser gemischt mit Fruchtsaft (1/3 Fruchtsaft + 2/3 Wasser).
  • Bei Arbeiten im Freien, wenn möglich, Anpassung der Arbeitszeiten, um die Arbeit zwischen 11 h und 15 h zu vermeiden.
  • Einrichten von Schattenzonen, wenn möglich gut belüftet (Sonnensegel, Zelt, etc.) oder Ermöglichen von Pausen in klimatisierten Bereichen.
  • Limitieren von schwerer körperlicher Arbeit (möglichst mit technischen Hilfsmitteln arbeiten).
  • Sicherstellen, dass angemessene Kleidung getragen wird.
  • Fördern der Arbeit zu zweit, Vermeiden von Alleinarbeit (Hilfe im Falle von Unwohlsein/Ohnmacht).
  • Vorsehen einer Vorgehensweise im Falle von Unwohlsein/Ohnmacht oder Hitzschlag.
Der Hitzschlag

Wie erkennt man einen Hitzschlag?

  • Allgemeine Anzeichen: Kopfschmerzen, Schwindel, Erschöpfung, Übelkeit, Erbrechen, erweiterte Pupillen.
  • Anzeichen der Haut: trockene, heiße Haut (keine Transpiration).
  • Anzeichen des Nerven- und Wahrnehmungssystem: Desorientierung, Unruhe oder Verwirrung, Halluzinationen, Bewusstlosigkeit.
    Dies sind die wichtigsten Alarmzeichen, die man kennen sollte und die die Aufmerksamkeit erregen sollten, um frühzeitig reagieren zu können → es besteht LEBENSGEFAHR, es muss unbedingt gehandelt werden.
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Wie soll man bei einem Hitzschlag handeln?

  • Alarmieren des Rettungsdienstes unter der Nummer 112 und des Rettungshelfers der Baustelle.
  • Positionieren des Betroffenen im Schatten, idealerweise an einer frischen und gut belüfteten Stelle.
  • Lockern bzw. Ausziehen überflüssiger Kleidung.
  • Abkühlen des Körpers mit feuchten Tüchern.
  • Keine Getränkeabgabe an den Betroffenen (Gefahr im Falle von Bewusstseinsverlust).

Empfehlungen für die Arbeitnehmer

  • Tragen adaptierter Kleidung
    VORSICHT: NICHT MIT FREIEM OBERKÖRPER ARBEITEN UND KOPF SCHÜTZEN
  • Tragen einer Sonnenbrille
  • Benutzen von Sonnencreme
  • Ausreichende Wasseraufnahme (mind. 2 – 3 l/Tag)

Wie kann man die körperliche Belastung beurteilen?

Die körperliche Belastung wird auf der Grundlage des Grundstoffwechsels (niedrigste Energiemenge, die der Körper zum Funktionieren braucht) und der zusätzlichen, durch die Arbeit benötigten, Energie ermittelt. Sie wird in Watt (W) oder mit dem Metabolischen Äquivalent (MET) angegeben.

Die körperliche Arbeitsbelastung kann in vier Kategorien unterteilt werden:

Kategorie der körperlichen Arbeit Tätigkeiten
Leicht (115-220 W) Verwaltungs-/Büroarbeit, Autofahren.
Mittelschwer (220-350 W) Schreinerei, Fahren von Traktoren, gewisse Gartenarbeiten (Mäharbeiten, Heckenschneiden, etc.)
Schwer (350-500 W) Umgraben, Freihandsägen, Hobeln, Manipulation von Schubkarren, etc.
Sehr schwer (>500 W) Tiefes Umgraben, Aushubarbeiten, Arbeiten auf Dächern, Arbeit auf Leitern, Höhenarbeiter, etc.

Wie kann man die Häufigkeit der Pausen kalkulieren?

Pause
Die thermische Belastung wird nicht nur mit dem Thermometer gemessen, sondern berücksichtigt auch die Temperatur, den Grad der relativen Luftfeuchtigkeit, die Luftgeschwindigkeit und Strahlungen in der Umgebung. Die Messmethode nennt sich WBGT (Wet Bulb Globe Temperature) und berücksichtigt all diese Faktoren. Diese Methode ist schwierig und beinhaltet kein zusätzliches Präventionselement.

Beispiel zur Veranschaulichung nach den Richtwerten der WBGT
Durch die WBGT kann ermittelt werden, ob ein Arbeitnehmer fähig ist, acht Stunden zu arbeiten. Die Tabelle im Anhang zeigt Ihnen die Alternanz von Arbeit und Pausen entsprechend der Richtwerte der WBGT (gemessen im Gebäudeinneren bei einer Luftströmung von 1m/sec und ohne Strahlungswärme) und der Kategorie der körperlichen Arbeit.

Alternanz Arbeit/Pausen Richtwerte der WBGT
entsprechend der Kategorie der körperlichen Arbeit
Leicht Mittelschwer Schwer Sehr schwer
45 Minuten Arbeit
und 15 Minuten Ruhepause
≥29,5 -30< ≥27 -28< ≥23 -24,5< ≥19 -21<
30 Minuten Arbeit
und 30 Minuten Ruhepause
≥30 ≥28 ≥24,5 ≥21

Um das hitzebedingte Risiko für die Arbeitnehmer annähernd beurteilen zu können, können Sie sich auf den relativen Index bezüglich hitzebedingter physiologischer Beschwerden (“Heat Index Chart”), in nachfolgender Tabelle beziehen (relative Feuchtigkeit (%)/ Temperatur (°C) im Schatten gemessen. Diese Werte finden Sie auf der Internetseite www.meteozentral.lu)

Heat index chart
Nach National Oceanic und Atmospheric Administration (NOAA, USA, 1985)

Für Arbeiten im Freien, unabhängig von der Kategorie der Arbeitsbelastung, sind die Empfehlungen bezüglich der Alternanz Arbeit/Pausen zur Senkung der Gesundheitsrisiken für die Arbeitnehmer die folgenden:

Heat index chart Alternanz Arbeit/Pausen
  45 mMinuten Arbeit und 15 Minuten Ruhepause
  30 Minuten Arbeit und 30 Minuten Ruhepause
  Hinzuziehen des Arbeitsmediziners für weitere Informationen über das Anpassen der Arbeitsbedingungen
 

Welche Gesundheitsauswirkungen kann eine Hitzeexposition für die Arbeitnehmer mit sich bringen?

Pause
Überschreitung der Anpassungsfähigkeiten
Der Mensch muss seine Körpertemperatur um die 37°C halten, damit seine Organe normal funktionieren. Steigt die Temperatur, kompensiert der Körper dies durch erhöhtes Schwitzen, Erweiterung der peripheren Gefäße (Hautrötung) und eine erhöhte Atemfrequenz.

Durch diese Anpassungsprozesse verliert der Körper Wasser, was durch Feuchtigkeitsaufnahme kompensiert werden muss. Bei starkem Schwitzen müssen dem Körper Salz und Elektrolyte (Mineralien) durch regelmäßiges Trinken zurückgegeben werden, vorzugsweise Wasser gemischt mit Fruchtsaft (1/3 Fruchtsaft, 2/3 Wasser zum Beispiel). Bei starker Hitze sollte man mindestens 2- 3 l temperiertes Wasser am Tag trinken.

Kompensiert der Körper nicht:

  • Auftreten von Krämpfen.
  • Psychomotorische Verlangsamung mit Beeinträchtigung der Wahrnehmung, des Reaktionsvermögens und der Präzision.
    VORSICHT: UNFALLGEFAHR
  • Kopfschmerzen.
  • Blutdruckabfall.
  • Erhöhte Herzfrequenz.
  • Bewusstseinsverlust, der bis zum Tod führen kann (Hitzschlag – siehe oben).

Besonders gefährdete Arbeitnehmer bedürfen besonderer Aufmerksamkeit

  • Ältere Arbeitnehmer.
  • Arbeitnehmer mit Herz-Kreislaufproblemen.
  • Nicht akklimatisierte Arbeitnehmer (zum Beispiel, ein Arbeitnehmer, der nach einem Krankenschein oder Urlaub die Arbeit wieder aufnimmt).